Château de Grandson

Bald 1000 Jahre Geschichte !

Über Grandson während der Zeit der Römer und im hohen Mittelalter ist nichts bekannt. Der Standort Grandson wird 993 erstmals offiziell nachgewiesen. Das Schloss wird jedoch erst gegen das Jahr 1100, als Besitz Adalberts II. Von Grandson,erstmals erwähnt.

Ab 1277 baut Othon I. von Grandson – reicher und mächtiger Freiherr der alten Waadt - das Schloss nach Osten hin beträchtlich aus. Die Architektur des Schlosses zeugt von den engen Beziehungen der mächtigen Linie Adalberts II. mit dem Hause der Savoyer und mit England. 1270 begleitet Othon I., Chef des Hauses "Grandson", den künftigen englischen König Eduard I. als Freund und Mitglied des Gefolges beim 8. Kreuzzug unter dem Befehl von Saint Louis, König von Frankreich. Mit seinem Einkommen als Vertrauensperson des englischen Königs kann Othon I. die Kosten der Erweiterung des Schlosses Grandson bestreiten.

1397 zerstört eine Feuersbrunst alle Dächer des Schlosses sowie einen grossen Teil der Umgebung. 1474-1475 bauen die Herren von Chalon, verbündete Karls des Kühnen, das Schloss als Festung gegen die Eidgenossen aus.

Im Februar 1476 versucht Karl der Kühne das Schloss, welches ein Jahr zuvor in die Hände der Eidgenossen gefallen war, zurück zu erobern. Er belagert das Schloss und als die Besatzung sich am 28. Februar ergibt, lässt er alle 412 Männer erhängen oder ersäufen, mit Ausnahme von Zweien, welche die Strafe zu vollziehen hatten und so, dank ihrer geleisteten Dienste begnadigt wurden. Die Reaktion der Schweizer bleibt nicht aus und am 2. März gehen sie zum Angriff gegen die Burgunder über. Trotz ihrer Überlegenheit entsteht in den Reihen der Artillerie und der Kavallerie der Burgunder eine grosse Desorganisation. Die Truppen Karls des Kühnen werden bei Concise, anlässlich der berühmten Schlacht bei Grandson, geschlagen. Karl der Kühne tritt den Rückzug an und muss den Schweizern eine immense Beute sowie das Schloss selbst überlassen.

Danach übernehmen die Berner und Freiburger die Vogtei von Grandson und machen das Schloss zu ihrem Hauptsitz. Die Berner und Freiburger Vögte folgen sich abwechselnd alle fünf Jahre bis 1798.

Daraufhin wird das Schloss bis 1803 zum Besitz der helvetischen Republik und vorübergehend zu einer Kaserne. Dann geht es 1803-1806 an den Kanton Waadt über, und von 1806-1816 an die Gemeinde von Grandson.

Von 1816-1835 wird das Schloss zum Sitz einer Tabakfabrik, der Firma Devos und Décoppet, später Firma Vautier. Ab 1835-1875 wird es zum Privatbesitz der Familie Perret.

1875 erwirbt der Baron Gustave de Blonay (1830-1900) das Schloss und unternimmt mit seinem Sohn Godefroy (1869-1937) wichtige Renovations- und Umbauarbeiten. 1910 wird das Architekturbüro Otto Schmid mit der Sanierung des Ostflügels betraut. Das Schloss wird wieder zu einem Herrschaftssitz mit allem Komfort des XX. Jahrhunderts (Elektrizität, Zentralheizung, Grossküche, Badezimmer und moderne Toiletten).

1956 erwirbt der Genfer Georges Filipinetti das Schloss von der Familie de Blonay. Der Architekt Herbert von Canoba, neuer Konservator, kreiert unter anderem das Renaissance-Zimmer, die Kapelle, die Folterkammer und das Verliess. Herr Filipinetti macht das Schloss dem Publikum zugänglich und errichtet das Automobilmuseum.

1981-1983 bleibt das Schloss aus Geldmangel für das Publikum geschlossen.

Am 1. August 1983 erwirbt die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) das Schloss unter Beteiligung der Eidgenossenschaft, des Kantons Waadt und der Gemeinde Grandson mit dem Ziel, das Monument für das Publikum weiterhin offen zu halten.

Seitdem bestreitet die "Stifung Schloss Grandson" , ohne Subvention, die Kosten für das Museum und den Unterhalt. Dank dieser zwei Stiftungen bleibt das Schloss weiterhin belebt und für den Publikumsbesuch geöffnet.