Le Tir du Papegay

Ein Blick auf die Geschichte:

Herzog Karl III. von Savoyen, genannt der Gute, erteilte den „quatre bonnes villes“ Yverdon 1515, Morges 1518 oder 1527, Moudon 1527 und Nyon 1527 das Privileg für ihre Bogen-, Armbrust- sowie späterhin auch für ihre Büchsenschützen alljährlich einen Wettkampf zu veranstalten. Die Schützenkönige gelangten in den Genuss von Steuer- und Abgaberleichterungen. Auch in anderen Regionen Europas diente dieser exotische Vogel seit dem 13.Jahrhundert als hölzernes Ziel für Bogen- und Armbrustschützen. Der Papagei wurde zumeist auf einer hohen seitlich abgestützten Stange von mindestens 25 m Höhe befestigt. Das alljährlich zu Beginn des Monats Mai statt findende Papageienschiessen hatte den Charakter eines Frühlingsfestes.

Nach der Eroberung der savoyischen Waadt 1536 behielt Bern diese Tradition bei und unterstützte sie zur Förderung des militärisch bedeutsamen Schützenwesens weiterhin. Im Verlauf der Jahre erteilte Bern weiteren waadtländischen Städten und Gemeinden das Privileg des Papageienschiessens; so auch 1614 der Compagnie des Mousquetaires von Grandson. Mit dem Ende des Ancien Régime 1798 wurde das Papageienschiessen eingestellt. Im neuen 1803 geschaffenen Kanton Waadt versuchte man an einigen Orten das Papageienschiessens zu reaktivieren jedoch ohne grossen Erfolg, so dass sich diese Tradition nur bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts zu behaupten vermochte.

2013 – Neuanfang in Grandson

Seit 2013 wird auf Initiative des damaligen Kurators Jürg A.Meier das Papageienschiessen in Grandson wieder durchgeführt. Es ist die einzige Gemeinde, welche in der Waadt alljährlich ein derartiges Schiessen veranstaltet. An der Organisation des Papageienschiessens sind die „Fondation du Château de Grandson“ (= FCG), die „Amis du Château de Grandson“ sowie die lokalen Schützengesellschafften, in erster Linie die „Mouquetaires“ beteiligt. Die Besitzerin des Schlosses Grandson, die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte ( = SKKG) gehört unter anderem eine Armbrustsammlung von rund 150 Exemplaren, die grösste in der Schweiz und eine der bedeutendsten weltweit. Um dieser Sammlung sowie dem Schloss zusätzliche Aufmerksamkeit zu verschaffen, wurde 2013 das Papageienschiessen wieder aufgenommen.

Samstag den 29. September 2018: Programm

Das Papageienschiessen wird von 9’00 bis 17’00 in den Gärten des Schlosses durchgeführt.
09.00 – Toröffnung, Öffnung der Caféteria
09.30 – 15.00 : Schiessen im Schlossgarten, 1. Durchgang (Scheibe) , max.120 Teilnehmer
15.15 : Bekanntmachung der Finalisten
15.30-16.30 : 2. Durchgang, Schiessen auf den Papagei
17.00 : Bekanntmachung der Resultate, Siegerehrung, „König“ oder „Königin“

Anmeldungen zur Teilnahme und Auskünfte: www.papegay.ch

Anmeldungen sind auch am 29.Sept. im Schloss möglich. Es empfiehlt sich aber von der Möglichkeit einer Voranmeldung Gebrauch zu machen.

Tarif für die Teilnahme am Papageienschiessen:

Fr. 16.- pro Person (Schlosseintritt nicht inbegriffen)
Besucher, welche als Zuschauer (ohne Schlossbesuch) am Schiesswettbewerb teilnehmen wird ein Beitrag von Fr. 3.- erhoben.
Mittagessen: „Papageien-Schlossmenu“ für Fr. 15.- ohne Getränke

Eintrittstarife für das Schloss

Erwachsene : Fr. 10.- (reduziert, anstatt Fr. 12.-)
Rentner oder Studierende: Fr. 9.- (anstatt Fr.10.-)
Familien mit 1-2 Kindern: Fr. 25.- (anstatt 28.-)
Kinder: Fr. 5.-
Parkplätze im Umfeld des Schlosses. Verpflegungsmöglichkeit in der Caféteria

Kontakte:

Fondation du Château de Grandson
M. François Payot, Président du Comité du Tir du Papegay
f.payot@bluemail.ch 079/ 336 58 77

M. Jürg A.Meier, Historiker und Verfasser der Broschüre „Das Papageienschiessen“
j.a.meier-zh@bluewin.ch 079 252 34 39 044 202 72 34

M. Ian Ashdown, Mitglied des Organisationskomitees „Tir du Papegay“, zuständig für Technik info@ianashdown.com 079 210 31 51